Der Hitler-Fake: Geschichte einer Jahrhundertfälschung

Der Hitler-Fake: Geschichte einer Jahrhundertfälschung

Es sollte eine Weltsensation werden - und endete als publizistische Katastrophe: Am 25. April 1983 gab das Hamburger Magazin "Stern" bekannt, die Tagebücher Adolf Hitlers gefunden zu haben. Doch nur wenige Tage später stellte sich der vermeintliche Scoop als krude Fälschung heraus.

Reporter Gerd Heidemann, der die vermeintlichen Tagebücher Adolf Hitlers für den „stern“ kaufte, ist heute 91 Jahre alt. Er fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Für das Filmprojekt „Der Hitler-Fake“ öffnete er sein tausende Aktenordner umfassendes Archiv in einem Hamburger Keller und machte auch bislang unveröffentlichte Dokumente zugänglich, außerdem sämtliche aufgezeichneten Telefonate mit dem Fälscher Konrad Kujau, die bizarren und verstörenden Details des Betrugs werden in diesen Tondokumenten ganz unmittelbar deutlich.

Doch viele Fragen sind noch unbeantwortet. Warum schrieb Kujau so explizit über Hitlers Privatleben, über Hunde, Magenverstimmungen, Eva Braun und homosexuelle NS-Funktionäre? In „Der Hitler-Fake“ sind Fälschungen Kujaus zu sehen, die jenseits des Medienskandals noch ein anderes Licht auf die Tagebücher werfen: Der Holocaust sollte relativiert, Hitler und damit auch das deutsche Volk in der Verantwortung für millionenfachen Mord entlastet werden und der „Führer“ sollte als eine menschliche Gestalt mit im Grunde guten Absichten gezeichnet werden.

Die Dokumentation blickt aber auch auf das Netzwerk alter Nazis, das um Heidemann herum existierte. Und zeigt, dass die Sammelleidenschaft von Hitler-„Reliquien“ in bestimmten Kreisen nach wie vor ungebrochen ist.

Sendetermin: 24.04.2023, 22:50 Uhr, ARD

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