Sturm auf die Stasi

Doku-Drama, 45 Minuten
Buch und Regie: Matthias Unterburg

Januar 1990. Die gefürchtete Staatssicherheit der DDR ist am Ende. Das Volk überrascht den Spitzel-Apparat und ringt ihn nieder. Viele tausend Stasi-Mitarbeiter erkennen ihre Ausweglosigkeit und ziehen sich freiwillig zurück. Bürgerkomitees stürmen die Hauptquartiere und übernehmen die Macht. Die Akten sind für die Aufarbeitung der düsteren Vergangenheit gerettet – so die gängige Meinung. War es wirklich so? In Wirklichkeit hat die Staatssicherheit die Finger bei ihrer eigenen Auflösung im Spiel. Noch Erich Mielke lässt 1989 den Aktenbestand verkleinern. Stasi-Mitarbeiter berichten von Zerstörungsorgien, bei denen die Reißwölfe vor Hitze glühen. Und dies zum Teil mit Billigung der Bürgerrechtler, die von der Stasi überrumpelt werden. In der Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße hat man sich auf den Tag vorbereitet, an dem auch sie belagert werden wird. Der Volkszorn soll die Stasi nicht unvorbereitet treffen. Im Gegenteil: In dem zu erwartenden Durcheinander wollen die Führer aus Partei und Geheimdienst die Bürgerrechtler gegeneinander ausspielen, Spuren verwischen und ihren Spitzeln in neue Positionen verhelfen.

Am 15. Januar 1990 war die Chance da, der Stasi ihre Geheimnisse zu entwenden. Doch es fehlte nicht viel, und die Gewalt wäre zum ersten Mal in der friedlichen Revolution eskaliert. Welche dramatischen, gefährlichen und skurrilen Ereignisse in den letzten 24 Stunden der Stasi-Zentrale geschahen, rekonstruiert dieser Film zum ersten Mal. Interviews geben damalige Zeitzeugen, unter anderem Hans Modrow (damals DDR- Ministerpräsident),Ulrike Poppe (damals Bürgerrechtlerin), Hans Georg Wieck (ehemaliger BND-Chef), Werner Großmann (ehemaliger Stasi-General), Georg Mascolo (heute „Spiegel“-Chefredakteur), Christian Halbrock (ehemaliger Demonstrant) und Martin Montag (Pfarrer).

Erstausstrahlung: ARD, 1. Oktober 2010, 21.45 Uhr

Rechte: NDR

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