Steinbrücks Blick in den Abgrund – Macht und Ohnmacht eines Krisenmanagers

Peer Steinbrück gilt als Mann der klaren Worte. In seiner Zeit als Bundesfinanzminister wurde er europaweit bekannt dafür, deutlicher als andere Politiker zu sprechen, gelegentlich auch verletzender. Seit Herbst 2009 ist er nicht mehr Finanzminister und hat sich selbst eine Ruhe- und Interviewpause verordnet. Doch in Zeiten der sich erneut verschärfenden Finanzkrise ist Steinbrück wieder ein gefragter Mann. SPD-Chef Gabriel brachte ihn überraschend als Kanzlerkandidat ins Gespräch, andere forderten sogar seine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten. Und Steinbrück selbst? Er wischt alle Spekulationen beiseite und knurrt, er habe eine andere Lebensplanung. Ansonsten schweigt er. Wie nimmt Steinbrück den Kampf um den Euro wahr? Wie wirkt das Krisenmanagement seiner Nachfolger auf ihn? Hat er sich angesichts der neuen Schuldenkrise selbst etwas vorzuwerfen? Kein Wort. Interviewwünsche lehnt der Minister a.D. ab. Nur für die ARD-Dokumentation ‚Steinbrücks Blick in den Abgrund‘ von Stephan Lamby macht er eine Ausnahme.

Lamby hat den ehemaligen Finanzminister über mehrere Wochen immer wieder zu Gesprächen vor der Kamera getroffen. Dabei gibt Steinbrück einen ungewohnt persönlichen Einblick in Deutschlands schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Er spricht offener als er je konnte. Denn jetzt ist er nicht mehr an die Zurückhaltung eines Bundesministers gebunden. Steinbrück muss weder die Finanzmärkte noch das Wahlvolk beruhigen. So berichtet er von Stunden, in denen Deutschlands Schicksal auf dem Spiel stand, vom Machtkampf zwischen Wirtschaft und Politik, von eigenen Fehlern. Und er schaut voraus. Der Film zeigt auch ein Gespräch zwischen Peer Steinbrück und Helmut Schmidt, das exklusiv für diese Dokumentation geführt wurde. Darin beklagt Helmut Schmidt vehement den desolaten Zustand der Europäischen Union.

Erstausstahlung:
4. August 2010, 22:45 Uhr, ARD

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