Kurt Georg Kiesinger

Kurt Georg Kiesinger war der erste und einzige Kanzler aus Baden-Württemberg und bis heute der Kanzler mit den höchsten Zustimmungsraten aller Amtsinhaber. Er war aber auch der Mann, der mit knapp drei Jahren die kürzeste Amtszeit aller bisherigen Bundeskanzler hatte. Was viele nicht wissen: Er half mit, den entscheidenden Trick anzuwenden, Baden-Württemberg vor 60 Jahren aus der Taufe zu heben. Anlass für ein Porträt des CDU-Politikers, der eine tragische Figur der Nachkriegsgeschichte wurde.
Anfang der fünfziger Jahre sind die Fronten in Württemberg und Baden verhärtet, die Politiker der drei Teilländer erbitterte Gegner, die Bevölkerung aufgeputscht. Protestantische Schwaben stehen gegen katholische Badener. Eine knappe Mehrheit der Badener ist gegen den Südweststaat. Mit einem Trick schafft es Kiesinger, die  Abstimmung für den Südweststaat zu gewinnen, und später als Ministerpräsident die innere Einheit Baden-Württembergs voranzutreiben.
Doch als Kanzler hinterlässt er eine zwiespältige Bilanz. Mit ihm begann die Ostpolitik, er schaffte es, die Fliehkräfte der Großen Koalition zu bändigen. Doch den Protesten der Studenten stand er verständnislos gegenüber. Der Landesvater gerät zwischen die Fronten seiner Partei und den rebellierenden Studenten. In der berühmten Ohrfeige Beate Klarsfelds 1968 kulminiert die scharfe Diskussion um seine Vergangenheit, die schon zehn Jahre zuvor begann. Der Film legt die Fakten frei: Wie verhielt sich der Jurastudent Kiesinger 1933? Warum trat er der NSDAP bei? Was tat er im Auswärtigen Amt Ribbentrops? Der Film enthüllt auch, dass 1966 Kiesinger aus den eigenen Reihen mit NS-Akten unter Druck gesetzt wurde, auf das Amt des Kanzlers zu verzichten.
Gegner, Freunde, Schüler, Weggefährten wie Helmut Kohl oder Egon Bahr, und seine beiden Kinder Peter Kiesinger und Viola Wentzel zeichnen in teils überraschenden Aussagen ein neues Bild des Landesvaters, Kanzlers und Privatmannes.

Erstausstrahlung: April 2012

Rechteerwerb: SWR

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