Duelle: Helmut Kohl gegen Wolfgang Schäuble

Dokumentation: 45 Minuten
Buch und Regie: Jean-Chrisoph Caron und Stephan Lamby

Beinahe ein Leben lang haben Kohl und Schäuble mit- und voneinander gelebt: Schäuble kämpfte schon für Kohl, als der Anfang der 70er Jahre beim Versuch, CDU-Vorsitzender zu werden, noch kläglich scheiterte. Er gehörte zur ‚Kampfgruppe Kohl‘, einer Riege junger CDU-Politiker, die bedingungslos zu dem Pfälzer hielt. Und dafür wurde er belohnt. Er zog gern die Strippen – als Kanzleramtsminister, als Innenminister, als Fraktionsvorsitzender: Doch in allen Ämtern stand Schäuble treu zu Kohl. Er zog die Speere auf sich. Saß acht Wochen nach dem Attentat schon wieder am Schreibtisch – wollte sich und Helmut Kohl seine Politikfähigkeit beweisen. Und waren sie nicht auch jenseits der Politik Freunde? Schäuble musste es glauben. Die Tränen in Kohls Augen, als der am Krankenbett des Querschnittsgelähmten wachte. ‚Ich stand zu ihm in einer sehr emotionalen, ja, brüderlichen Beziehung‘, sagte Kohl später. ‚Es war eine familiäre Beziehung‘, bestätigte Schäuble.

Das Zerwürfnis beginnt mit Schäubles Anspruch auf Kohls Nachfolge, mündet in einem beispiellosen Intrigenspiel um die CDU-Parteispendenaffäre. Ein Machtkampf, der beide in den Abgrund reißt. Ein Schauspiel von ‚Shakespeare’schen Ausmaßen‘, wie sich ein Zeitzeuge erinnert. Erst zehn Jahre später, im Herbst 2010, eine versöhnliche Geste von Helmut Kohl. Auf einer CDU-Veranstaltung sagt er: ‚Wolfgang Schäuble ist ein Teil von uns‘. Tauwetter oder nur ein Trick? Wolfgang Schäuble bleibt ungerührt: ‚Ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben.‘

Erstausstrahlung: ARD, 24.1.2011, 21 Uhr

Rechteerwerb: WDR/SWR

Kontakt: info@ecomediaTV.de