die story: Protestbürger

Dokumentation, 45 Minuten
Buch und Regie: Michael Wech

Es rumort in Deutschland. Zahllose Menschen gehen auf die Straße, um zu demonstrieren: Lehrer, Hausfrauen, Sekretärinnen, Rentner. Menschen vor allem aus der bürgerlichen Mitte. Sie protestieren gegen Atomkraft, gegen Großprojekte vor der eigenen Haustür. Menschen mucken auf, weil sie sich bedroht fühlen. Weil sie Entscheidungen in Behörden als willkürlich empfinden und den Politikern nicht mehr vertrauen. Eine neue Protestkultur entsteht. Da ist zum Beispiel der 75-jährige Erich Hennen, der seit fünf Jahren gegen eine Pipeline kämpft, die mitten durchs Ruhrgebiet führt. In Greifswald trifft Autor Michael Wech Nadja Tegtmeyer, die das von Parteien unabhängige Anti-Atom-Bündnis Nordost gegründet hat und gegen Castor-Transporte protestiert. Und in Garmisch-Partenkirchen kämpft eine Gruppe von Landwirten gemeinsam mit dem Förster Axel Döring gegen die Olympiabewerbung „München 2018″.Die Olympischen Spiele, so beklagen die Landwirte um Anton Hornsteiner, würden den Ort für immer verändern: „Wir möchten unsere Heimat schützen – das ist uns das Wichtigste“, sagt Hornsteiner. Sie wollen ihre Heimat gegen die Interessen von Industrie und Politik verteidigen. Je mehr sich Bürger von demokratischen Entscheidungsprozessen abgeschnitten fühlen, desto vehementer artikulieren sie ihren Widerstand. Ihr Protest schafft aber auch etwas Neues – ein Gemeinschaftsgefühl unter Gleichgesinnten, ein neues Erlebnis unter Nachbarn.

Erstausstrahlung: WDR, 27. Juni 2011, 22 Uhr

 

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