Der Fall Biermann – Mit der Gitarre gegen die Staatsmacht

Vor 40 Jahren wurde Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. 23 Jahre lebte und arbeitete der Liedermacher in der DDR. Für ihn war der Arbeiter- und Bauernstaat lange Zeit der Versuch, das „Paradies auf Erden“ zu schaffen. Die Frage für ihn war nur, wie macht man das am besten? Und daran rieb sich der Dichter und Sänger mit den Mächtigen.

Gitarre gegen Staatsmacht, Sänger gegen Diktatur – das ist die Geschichte von Biermann und der DDR. Biermann sang gegen „die da oben“ an, und Honecker machte das Biermann-Problem zur Chefsache. Mehrmals versuchte der Staat, den Sänger loszuwerden, ehe 1976 dann die Gelegenheit kam: Die DDR lässt Biermann im Westen auftreten und verweigert ihm die Wiedereinreise. Es folgte ein Sturm der Entrüstung in Ost und West. Prominente Künstler, unter ihnen Günter Kunert, Manfred Krug und Armin Müller-Stahl, sowie zahlreiche DDR-Bürger im ganzen Land protestierten gegen die Entscheidung der Parteiführung.

Der Film beleuchtet die Ereignisse der Ausbürgerung, schaut aber auch auf die Wirkung und die junge Opposition in der DDR. In Rückblenden erzählt der Film von den wichtigsten Stationen des Liedermachers Biermanns und zeigt seltene Aufnahmen seiner Auftritte im Osten und im Westfernsehen. Zu Wort kommen DDR-Bürgerrechtler wie Marianne Birthler und Roland Jahn, aber auch Freunde und Weggefährten wie Günther Wallraff, Sibylle Havemann und Ekkehard Maaß. Neben der Geschichte der Ausbürgerung Wolf Biermanns entsteht so ein Bild von einem Land, das Kritik in keiner Form zulassen konnte.

Erstausstrahlung: 7. November 2016, ARD