Der Domino-Effekt. Kippt der Euro?

Schicksals-Wochen für Europa: Zehn Jahre nach der Einführung des Euro steckt die Gemeinschaftswährung in ihrer schwersten Krise. Was passiert, wenn die Operation Euro trotz aller Anstrengung misslingt, wenn Griechenland aus dem Währungsverbund ausscheiden muss? Verzweifelt kämpfen Politiker und Finanzmanager gegen ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone. Koste es, was es wolle. Das gemeinsame Europa – ein Projekt von historischen Ausmaßen – steht auf dem Spiel.

In Griechenland hat die Kapitalflucht längst eingesetzt. Das Vertrauen in die Politik und ins Bankensystem nimmt dramatisch ab. Wenn Griechenland kippt, wer folgt als nächstes? Nahezu alle Staaten der Euro-Zone sind unter Druck – Italien, Portugal, Irland, Spanien.  Sogar Frankreich gerät in den Sog der Krise. Ganze Europa blickt in dieser kritischen Phase auf die Wirtschaftsmacht Deutschland. Doch die Rettungsbemühungen der Bundesregierung sind umstritten, sogar in den Regierungsparteien selbst. Und die von Deutschland angeführten Hilfsaktionen verschieben die politischen Gewichte in Europa massiv. Viele schwache Staaten hängen zunehmend von der Hilfe weniger starker Staaten ab. In manchen Ländern wächst die Angst vor einer neuen deutschen Übermacht. Noch ist die finanzielle Lage Deutschlands stabil, aber wie lange noch?

Die Krise legt schonungslos auch die Konstruktionsfehler der Währungsunion offen: Es gibt keinen Plan für das Ausscheiden eines Mitglieds. Offenbar konnten Griechenland und andere Mitgliedsländer in der Vergangenheit ihre Haushaltszahlen frisieren, der verabredete Sanktionsmechanismus blieb ohne Wirkung. Das vereinte Europa wurde gebaut nach dem Wunschdenken von Politikern – wirtschaftliche Realitäten wurden oft ignoriert. Sprengt die Krise des Euro jetzt die ganze Union? Die Zentrifugalkräfte nehmen spürbar zu.

Stephan Lamby und Michael haben die Krisenmanager der Euro-Zone monatelang aus der Nähe beobachtet. Sie haben exklusiven Zugang vor allem zu Finanzminister Wolfgang Schäuble, zu Jean-Claude Juncker, dem Chef der Euro-Gruppe, zu Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, sowie zu Mitgliedern der griechischen Regierung. Sie haben bei Krisensitzungen in Berlin, Brüssel, Breslau und Washington gedreht, ebenso während der Chaos-Tage der griechischen Politik in Athen. Die Dokumentation zeigt eine Operation mit offenem Ausgang.

Erstausstrahlung: Januar 2012

Rechteerwerb: ECO Media/ZDF

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