Bankrott! Argentiniens Staatspleite 2001

Über Nacht hatten plötzlich alle Banken des Landes geschlossen, der Zahlungsverkehr war fast völlig eingestellt, und der Internationale Wirtschaftsfonds hielt zugesagte Zahlungen zurück: Vor 15 Jahren geriet Argentinien in eine Schuldenkrise, deren Auswirkungen noch heute zu spüren sind.

Bis heute hat sich das einst reichste Land Südamerikas nicht gänzlich von den Folgen dieser Krise erholt. Argentinien hat dabei erlebt, was möglicherweise anderen Ländern noch bevorsteht: Der fast völlige Verfall staatlicher Strukturen und das Abrutschen eines Großteils der Bevölkerung unter die Armutsgrenze. Wie verändert sich unter solchen Bedingungen eine Gesellschaft? Was waren die Ursachen der Krise? Und wer profitiert davon, wenn ein Land bankrottgeht?

Filmautor Manfred Uhlig hat mit Menschen gesprochen, die tief im Strudel der Krise steckten: mit den damals verantwortlichen Politikern, aber auch mit ganz normalen Argentiniern, die die Krise vor ungeahnte Herausforderungen stellte. So überlegte sich die mit einem Argentinier verheiratete Nicola Schorm, ob sie zusammen mit ihrer Familie nach Deutschland zurückkehren sollte. Die Textilarbeiterin María Flores verlor zunächst ihren Job und übernahm dann zusammen mit ihren Kolleginnen die Fabrik als Kooperative. Die Altpapiersammlerin Gabina Argañaraz kämpfte darum, ihre sieben Kinder satt zu bekommen. Und der Tangotänzer Luis Pereyra stand von einem Moment zum anderen auf der Straße: Die Bank hatte sein Haus gepfändet – er wusste nicht mehr wohin.

Erstausstrahlung: Mai 2016, ZDFinfo