Auf den Spuren eines Massakers – von Hamburg nach Babij Jar

2016 jährt sich zum 75. Mal das Massaker von Babij Jar. Die Hamburger Symphoniker unternehmen aus diesem Anlass eine besondere Reise. Sie führt nicht nur 1.600 Kilometer weit nach Osten, sie führt auch 75 Jahre zurück in die Vergangenheit. Die 70 Orchestermitglieder wollen damit ein Zeichen setzen, indem sie zusammen mit einer ukrainischen Gastdirigentin und einem ukrainischen Chor ein Requiem aufführen, das sie noch nie gespielt haben: „Babij Jar“, ein Werk des ukrainischen Komponisten Jewgen Stankowitsch.

Das Konzert findet in Kiew statt, dem Ort, an dem die Deutschen einen Massenmordrekord ohne Beispiel aufstellten. In Babij Jar, das heißt „Großmütterchenschlucht“, erschossen Männer der Sonderkommandos 4 A und 4 C (darunter auch Norddeutsche) innerhalb von nur 36 Stunden 33.771 Menschen. Fotos, Filmausschnitte, Aussagen von Überlebenden und ihrer Familien verbinden sich mit den Erlebnissen der Musiker vor Ort, den Proben und schwierigen Bedingungen, den Begegnungen mit Kiew und den Spuren, die die Deutschen in Kiew hinterlassen haben.

Erstausstrahlung: Dezember 2016, NDR